Bautechnik

Pflegeheime

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Fachartikel: Barrierefreiheit in Pflegeheimen

Regelungsvielfalt erschwert den Überblick

Das betrifft nicht nur Details, wie etwa im Fall von Einzelzimmern. Deren Mindestgröße kann in den einzelnen Bundesländern zwischen 12 und 16 Quadratmetern variieren. Auch in welchem Umfang die Vorgaben gesetzlich geregelt sind, ist sehr unterschiedlich. Während Nordrhein-Westfalen auf individuelle Zielvereinbarungen setzt, orientieren sich Bundesländer wie Berlin und Bayern konkreter an der Norm DIN 18040-2, wie sie das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG 2002) vorsieht und berücksichtigen auch die Belange von Sehbehinderten und Hörgeschädigten.

In einigen Bereichen wurden sogenannte Schutzziele formuliert, die gewisse Spielräume bei der baulichen Realisierung zulassen. In begründeten Einzelfällen sind gegebenenfalls Abweichungen von den rechtlichen Vorgaben möglich. Eine genaue Kenntnis der gesetzlichen Möglichkeiten ist hier allerdings die Voraussetzung für Handlungsspielraum.

Barrierefreiheit in Pflegeheimen


Rechtssicherheit und kosteneffiziente Lösungen

So sieht eine Handlungsempfehlung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege beispielsweise vor, dass die Einrichtungsträger für bestehende Einrichtungen einen Soll-Ist-Vergleich bis zum 31.08.2016 vorzunehmen hatten. Wo es sich als notwendig erwiesen hat, wurden und werden in Abstimmung mit den Behörden Umbaumaßnahmen festgelegt oder gegebenenfalls Befreiungen ausgesprochen. Dafür zuständig ist der Fachbereich Pflege und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) – also die frühere Heimaufsicht.

Der Nutzen einer solchen Bestandsanalyse liegt für den Betreiber z.B.in der Erkenntnis, in welchen Bereichen
  • die Einrichtung den Anforderungen entspricht,
  • er Befreiungen / Abweichungen mit den Behörden abstimmen muss,
  • er Abweichungen beheben muss, um die Vorgaben zu erfüllen.
An vielen Stellen, wie dem Hauptzugangsweg, den Aufzügen oder bei schwellenlosen Türen ist die Barrierefreiheit zwar meist gegeben. Die Bestandsanalyse zeigt aber auch detailliert notwendige Nachbesserungen auf, wie:

  • Eingangsbereiche, die für Menschen mit Sehbehinderung nicht ausreichend kontrastreich gestaltet sind oder
  • Treppenhäuser, die unter anderem wegen zu hoher Handläufe nicht der Norm entsprechen
    (s. auch Treppen, Brüstungen und Geländer).
So erfährt der Betreiber direkt vor Ort, wie er den Aufwand der Anpassungsmaßnahmen reduzieren kann:

  • Umgestaltung kontrastarmer Bereiche mit einfachsten Mitteln, wie farbigen Folien
  • Möglichkeit, lediglich eines von mehreren Treppenhäusern barrierefrei zu gestalten, was - in Abstimmung mit der zuständigen Behörde - u.U. durchführbar ist, wenn andere Treppenhäuser als so genannte Fluchttreppenhäuser für die Benutzung durch Rettungskräfte ausgewiesen werden.
FAZIT:
  • die Regelungsvielfalt in puncto Barrierefreiheit erfordert Sachkenntnis bis ins Detail
  • eine Bestandsanalyse durch Experten identifiziert praktikable, kosteneffiziente Lösungen und stellt Rechtssicherheit für Betreiber her.


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