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WHG Know-how

Gewässer- / Ex-Schutz: ACO Tiefbau Fachseminar „Gewässerschutz in Industrieanlagen“ (20.04.2018)

Fachkompetenz, live-Vorführung, Ausstellung, Netzwerk. Diese Begriffe charakterisieren im Wesentlichen das zweite Fachseminar „Gewässerschutz in Industrieanlagen“ der ACO Tiefbau Vertrieb GmbH, welches am 10. April im Hyperion Hotel Hamburg stattfand.

Mit einem bildlichen Vergleich stimmte Volker Richter, ACO Tiefbau, die Teilnehmer des Seminars auf die besondere Sorgfalt ein, welche im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen erforderlich ist. Denn bereits kleinste Mengen an wassergefährdenden Stoffen können ausreichen um verheerende Folgen für Gewässer, Natur und Umwelt zu verursachen.

Dr. Ronald Möhlenbrock, TÜV Süd, übernahm die Moderation des Seminars und hinterfragte mit seinem Beitrag die Grenzen und Regelungsbereiche von Abwasser und wassergefährlichen Stoffen. Ausführlicher erläuterte Dr. Möhlenbrock hierbei auch die Folgen mit Chancen und Herausforderungen der neuen Bundesverordnung AwSV. Einerseits gelingt hierbei eine Vereinfachung auf bundesweit einheitliche Standards, andererseits sind weitreichende Fragestellungen für die Anwendung und Umsetzung noch nicht vollständig geklärt. Erschwerend kommt hinzu, dass im neu formuliertem Rechtsumfeld die Folgen des EuGH-Urteils zur Aufhebung der Bauregelliste führen Eine weitere Herausforderung an zusätzlicher, weiter reichender Fachkompetenz aller Projektbeteiligten rund um Abwasser/wassergefährdende Stoffe.

Prof. Dr. Grube, Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel, informierte über Auswirkungen der neuen Restnorm für Leichtflüssigkeitsabscheider, welche in Deutschland zusätzlich zur Europanorm anzuwenden ist. Hierbei führte Prof. Grube detailliert aus, wie die Frage nach erforderlicher Anpassung an alten Bestandsanlagen zu bewerten ist. Für den Einsatz von Neuanlagen erscheint der Weg zur wasserrechtlichen Genehmigung durch den Wegfall von allgemein bauaufsichtlichen Zulassungen bei EN-geregelten Bauprodukten für erschwert. Denn mit Außerkraftsetzung der Bauregelliste und der Feststellung des EuGHs, dass allgemein bauaufsichtliche Zulassungen den europäischen Warenverkehr für EU-weit geregelte Produkte unzulässig einschränken, müssen Planung und Genehmigung einen wesentlich höheren Aufwand für Nachweise und Prüfung kalkulieren. Prof. Grube erläuterte anhand von mehreren Beispielen, wie mit noch gültigen Zulassungen effektiv und regelkonform vorgegangen werden kann.

In einer praktischen Vorführung demonstrierten Klaus Deininger und Michael Färber von der Firma KTW die korrekte Abdichtung von Fugen gemäß WHG-Anforderungen an Dichtflächen. Sehr eindrücklich wurden wesentliche Arbeitsschritte mit Vorbereitung, Werkstoffeinsatz, Werkzeuge, Umgebungsbedingungen und besonders Know-how, Erfahrung und Sorgfalt vermittelt. Die Vorführung wurde mittels Video auf eine Leinwand übertragen, sodass jeder Teilnehmer die handwerklich versierte Umsetzung komfortabel verfolgen konnte. Anschließend nutzen die Teilnehmer die Möglichkeit, das Demonstrationsobjekt zu begutachten und das KTW-Team zu befragen.

Nach der Mittagspause sensibilisierte Rolf Alexander Erhardt, ACO Tiefbau, zum Thema Regenereignisse, Starkregen und Entwässerung. Hierbei stellte er die besondere Bedeutung des Themas ‚Betriebssicherheit‘ heraus, welches maßgeblich an Bemessung und Anwendung bei Entwässerungsanlagen und Leichtflüssigkeitsabscheider gebunden ist. Besondere Chancen vermittelte Rolf Alexander Erhardt mit der Hinterfragung von Abscheiderausführung und Einsatzzweck. Denn hier liegen Potentiale verborgen, welche maßgeblich dazu beitragen Störungen zu vermeiden und den Betrieb zu vereinfachen.

Stefan Löbeth, ACO Deteco, referierte über Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen bei Erfordernis von technischen Abdeckungen in WHG-Flächen. Im Besonderen verwies Stefan Löbeth auf die Abstimmung von erforderlichen Abdeckungen mit dem Einsatzzweck und dabei berührten Regelbereiche für LAU und HBV-Anwendungen. Ausführlich wurden Regelwerke und deren Inhalte für Abdeckungen aufgeführt und angesprochen.

Anhand von Fallbeispielen gelang es Prof. Dr. Christoph Eipper, Envi Experts, im Schlussvortrag einen ausgedehnten Bogen zu schlagen und anschaulich die betriebliche Risikobewertung und möglichen Szenarien von Umweltschäden, aber auch die Prävention durch Risikoanalysen, aufzuzeigen.

Zusammenfassend zieht Rolf Alexander Erhardt, Initiator der Seminarreihe „Gewässerschutz in Industrieanlagen“, Bilanz: „Bedeutende Änderungen im Bereich Normen, Verordnungen und Zulassungsformalismen erfordern eine Anpassung bei Planung, Bewertung und Genehmigung von Anlagen im Zusammenhang mit wassergefährdenden Stoffen. Die damit verfolgten Ziele dienen der Wirksamkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit gegenüber dem Schutz unserer Gewässer und Umwelt. Hieraus erfolgt eine besondere Verantwortung jeder beteiligten Person zur Erreichung der damit einhergehenden Rechtssicherheit und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit. Hilfreich erscheint vor dem Hintergrund jüngster bedeutender Änderungen mehr denn je Information und Austausch. Die ACO Tiefbau Seminarreiche „Gewässerschutz in Industrieanlagen“ bietet hierbei eine effektive Plattform.“ Eine Fortsetzung im 2. Halbjahr 2018 ist bereits in Planung.