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WHG Know-how

Heizöltanks und Zubehör

Heizöltank - Wichtiges Element der Haustechnik

Heizöltanks sind eines der wichtigsten Elemente der Haustechnik beim Betrieb von Liegenschaften. Ihr zuverlässiger Betrieb, ihre Überwachung und Instandhaltung sind Themen, die für die verantwortlichen Hausbesitzer, Hausverwaltungen und Hausmeister sehr kritisch sein können. Dies macht es erforderlich, sich mit anlagentechnischen Fragen sowie mit den Notwendigkeiten und einschlägigen Vorschriften auseinander zu setzen.

Verunsichert durch die Vielzahl der gesetzl. Bestimmungen und deren Änderungen wissen viele Betreiber von Heizölanlagen nicht, auf welche Weise sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen können. Auch auf die Frage nach wertsichernden Maßnahmen an ihren Tanks, die sehr häufig schon seit Jahrzehnten im Betrieb sind, bekommen sie meistens unbefriedigende oder sogar widersprüchliche Antworten.

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Anlagenarten - Oberirdisch oder Unterirdisch

Als unterirdische Heizöltanks gelten solche, die teilweise oder vollständig im Erdreich eingebettet sind. Alle anderen Heizöltanks gelten als oberirdisch, also auch z. B. die im Keller eines Wohnhauses. Die Einstufung als unterirdisch oder oberirdisch hat einschneidende Konsequenzen hinsichtlich der technischen und formalen Anforderungen.

Unterirdische Tanks

Unterirdische Heizöltanks müssen doppelwandig oder mit einer zweiten Innenhülle ausgeführt sein und durch Leckwarngeräte (Leckanzeigegeräte) überwacht werden. Diese Geräte müssen bauartgeprüft und zugelassen sein. Sie zeigen Undichtigkeiten an der inneren und äußeren Behälterwand selbsttätig an. In einem solchen Fall leuchtet am Gerät eine Warnlampe auf und ein akustisches Warnsignal (Dauerton) wird gegeben, damit Hausmeister und Hausbewohner auf die Undichtigkeit aufmerksam gemacht werden.



Unterirdischer Tank

Unterirdischer Stahldoppelmantel -
Tank mit Flüssigkeits-Leckanzeigegerät


Unterirdischer Heiztank

Unterirdischer Stahldoppelmantel -
Tank mit Vakuum-Leckanzeigegerät



Oberirdische Tanks

Oberirdische Heizöltanks sind in der Regel einwandig. Sie sind in der Regel (abhängig vom jeweiligen Bundesland) bei einem Fassungsvermögen von mehr als 1000 l in einer Auffangwanne aufzustellen, die sicherstellen soll, dass bei Undichtwerden des Tanks das Heizöl zurückgehalten wird und nicht in den Untergrund gelangen kann. Der Abstand zwischen dem Heizöltank und der Wand bzw. der Auffangwanne muss z.B. bei Rechtecktanks mindestens 40/40/25/25 cm sein, damit die Auffangwanne inspiziert werden kann. Bei anderen Tanks sind diese Abstände in allgemein bauaufsichtlichen Zulassungen geregelt.


Oberirdischer Heiztank

Oberirdische Lagerung im Keller



Grundsatzanforderungen

Oberirdische Heizölbehälter sind in einem öldichten Auffangraum oder in einer öldichten Wanne mit entsprechendem Fassungsvermögen aufzustellen. Bei Einzelbehältern bis 1000 Liter Fassungsvermögen bestehen außerhalb von Schutzgebieten in der Regel keine derartige Anforderungen (länderspezifische Regelungen sind zu beachten). Fehlt der Auffangraum oder eine öldichte Wanne, so muss auch ein oberirdischer Tank doppelwandig oder mit Innenhülle ausgeführt sein. In beiden Fällen ist der Tank zusätzlich mit einem zugelassenen Leckanzeigesystem auszurüsten (Vgl. Bilder oben).

Ölführende Rohrleitungen sollten grundsätzlich oberirdisch verlegt werden. Ist dies nicht möglich, so muss die Verlegung in einem flüssigkeitsdichten und einsehbaren Schutzrohr erfolgen oder als doppelwandige Rohrleitung mit zugelassenem Leckanzeigesystem oder als selbstsichernde Saugleitung ausgeführt sein. Lösbare Verbindungen von ölführenden unterirdischen Rohrleitungen, wie z.B. Verschraubungen, sind hierbei nur in gut kontrollierbaren Bereichen (Schächten) zulässig.

Anforderungen Heiztank

Überfüllsicherung

Heizöltanks müssen eine Einrichtung haben, durch die sichergestellt wird, dass beim Befüllen der Tanks kein Überfüllen bzw. Überlaufen des Tanks und damit keine Boden- und Grundwasserverunreinigung zu befürchten ist. Dies geschieht durch bauartzugelassene Grenzwertgeber, die bei Erreichen der max. Füllstandsmarke die Pumpe des Tankfahrzeuges selbsttätig abschalten. Voraussetzung für die Funktion ist allerdings, dass die Grenzwertgeber vor dem Befüllen der Tanks auch an die Abschalteinrichtung des Tankfahrzeuges angeschlossen werden. Empfehlenswert ist, sehr alte Grenzwertgeber gegen solche neuerer Bauart (mit Schlitz statt mit Bohrung) auszutauschen, da es in der Vergangenheit häufig zu Gewässerschäden durch Verkleben der Bohrungen und somit zum Nichtansprechen des Grenzwertgebers kam.

Überfüllsicherung Heiztank
Anordnung des Grenzwertgebers an einem Heizöltank

Auffangräume

Durch beschädigte Wandbeschichtungen, Setzungsrisse am Gebäude oder abgeplatzte Farbe kann die Dichtheit als Schutzfunktion der Auffangräume nicht mehr gegeben sein. Es ist deshalb erforderlich, durch regelmäßige Kontrollen den ordnungsgemäßen Zustand der Wandbeschichtungen in den Ölauffangräumen zu inspizieren. Werden Mängel festgestellt, so sollten diese umgehend durch eine Fachfirma (Fachbetrieb) behoben werden. Alternativ ist auch eine Sanierung des Auffangraumes durch zugelassene Systeme, z.B. Folienauskleidung, oder der Ersatz des Auffangraumes durch die Ausrüstung des Tanks auf ein doppelwandiges System, z.B. durch den Einbau einer Innenhülle und eines Leckanzeigegerätes, möglich, wobei dann z.B. an die Saugleitung spezielle Anforderungen (selbstsichernd) zu stellen sind.

Rohrleitungen

Undichtigkeiten an der Rücklaufleitung zum Öltank werden u.U. erst bemerkt, wenn der Tank schon leergelaufen ist. Dann ist es zu spät. Deshalb ist eine Umstellung der Vor- und Rücklaufleitung auf Einstrangsysteme sinnvoll. Vom Tank zum Heizkessel verläuft dann nur die Saugleitung. Bei undichter Saugleitung schaltet der Ölbrenner selbsttätig auf Störung, so dass die Undichtheit frühzeitig erkannt wird. Liegt der Öltank höher als der Brenneranschluss, so ist die Saugleitung zusätzlich gegen Aushebern zu schützen, da im Schadensfall (z.B. Leitungsbruch) Öl in den Brennerraum auslaufen könnte, der das Fassungsvermögen und die Anforderungen an die Rückhaltung i.d.R. nicht gewährleistet. Füllleitungen und unterirdisch verlegte Teile der Entlüftungsleitungen mit steckbaren Muffenverbindungen (z.B. Loro-X-Rohre) sind zusätzlich mit Sicherungsschellen zu sichern.

Tankentlüftung

Jeder Tank muss eine Entlüftungsleitung haben, damit beim Befüllen die im Tank vorhandene Luft leicht und problemlos entweichen kann. Durch eine verstopfte Entlüftungsleitung kann sich beim Befüllen des Heizöltanks ein Überdruck im Tank aufbauen, der zum Abreißen von Armaturen oder zum Aufplatzen des Tanks führen sowie beim Lösen des Füllschlauches eine Ölfontäne erzeugen kann. Um derartige Probleme zu vermeiden, muss bei kellergeschweißten Rechtecktanks eine Überdrucksicherung (Überdruckventil oder Sicherheitsdomdeckel) eingebaut werden.

Sicherheitsprüfungen / Sachverständigenprüfungen

Da undichte Heizöltanks eine Gefährdung für das Grundwasser darstellen, schreiben die Bundesländer Prüfungen der Lagertanks und des Zubehörs vor. Die Details dieser Prüfungen sind in den Landesverordnungen über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdeten Stoffen (VAwS) geregelt. Die Fristen für diese Sachverständigenprüfungen sind von den maximalen Lagermengen abhängig und können von Bundesland zu Bundesland verschieden sein. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, beim örtlichen TÜV nachzufragen. Unabhängig von diesen amtlich vorgeschriebenen Sachverständigenprüfungen ist es Aufgabe jedes Betreibers bzw. jeder verantwortlichen Hausverwaltung, im Rahmen ihrer Instandhaltungsverpflichtung Sorge dafür zu tragen, dass die Heizöltanks und die zugehörigen Räume adäquat überwacht werden und dass bei festgestellten Mängeln die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen unverzü|glich eingeleitet und durchgeführt werden.

Zusammenfassung

Die richtige und möglichst problemfreie Heizöllagerung ist eine Angelegenheit, mit der sich jeder Hausbesitzer bzw. jede Hausverwaltung durch ihre Instandhaltungsverpflichtung auseinander setzen muss. Die sichere und bestimmungsgemäße Funktion muss durch das Vorhandensein und die Instandhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen gewährleistet werden. Die Tankanlagen müssen außerdem ordnungsgemäß betrieben, überwacht und gewartet werden.

Tipps rund ums Heizöl

Wenn Sie eine Ölheizung besitzen, sind Sie in aller Regel im Sinne des Gesetzes Betreiber einer Anlage zum Umgang mit wassergefärdenden Stoffen. Daraus ergeben sich für Sie Anforderungen, die Anlage 

  • in einem technisch einwandfreien Zustand zu halten
  • bei der unteren Wasserbehörde z. B. Landratsamt anzuzeigen
  • nur von anerkannten Fachbetrieben warten zu lassen
  • durch anerkannte Sachverständige überprüfen zu lassen
  • in regelmäßigen Abständen selbst zu überprüfen
Die Missachtung dieser Pflichten ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern in nicht unerheblicher Höhe geahndet werden.

Im Schadensfall können nicht nur hohe Kosten auf Sie zukommen; die Versicherungen werden diese in aller Regel auch nicht übernehmen. Bei Gewässerschäden können auch strafrechtlich Konsequenzen entstehen.

Heizöltank

Was ist im Einzelnen zu beachten?

  • Die Lagerung ist der zuständigen Wasserbehörde (z. B. Landratsamt) anzuzeigen.
    Ausgenommen hiervon sind nur oberirdische Lagerungen bis 1.000 Liter außerhalb von Wasserschutzgebieten.
  • Mit Arbeiten an Anlagen >10.000 Liter Inhalt sind ausschließlich nach Wasserhaushaltsgesetz zugelassene Fachbetriebe (WHG-Fachbetriebe) zu beauftragen.
  • Unterirdische Anlagen sowie oberirdische Anlagen >10.000 Liter Inhalt sind von Sachverständigen überprüfen zu lassen. Diese Pflicht gilt auch, wenn die Anlage stillgelegt wird.
  • Als Betreiber müssen Sie die Dichtheit der Anlage sowie die Funktionssicherheit der Sicherheitseinrichtungen ständig selbst kontrollieren.
  • Die gesamte Anlage muss mindestens den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.
  • Wenn sich Ihre Anlage in einem Schutzgebiet (Wasser-, Heilquellenschutzgebiet, Überschwemmungsgebiet) befindet, gelten besondere Vorschriften.

Die Software "WHG Know-How"

Die Experten von TÜV SÜD Industrie Service haben eine Software zum WHG "Anlagenbezogener Gewässerschutz" erstellt, die Sie in wenigen Schritten zum Ziel führt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter diesem Link:

WHG Know-how - Anlagenbezogener Gewässerschutz

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