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Antragsdaten für 4. Handelsperiode

Die Anforderungen und Inhalte des Verifizierungsberichtes werden in der Akkreditierungsverordnung AVR Art. 27 festgelegt.

1) Basisdatenbericht (nach FAR Anhang IV) für den Basiszeitraum (2014-2018)

Alle zuteilungsrelevanten Basisdaten werden mit dem Zuteilungsantrag erhoben. Der Basisdatenbericht als Bestandteil des Zuteilungsantrages soll folgende Daten enthalten:

Allgemeine Daten

  • Daten zu Betreiber, Anlagen und Kontaktdaten
  • Daten zur verifizierenden Prüfstelle
  • Informationen zu EHS-Zugehörigkeit, Tätigkeiten (EU-EHR Anhang I) und Produkten (NACE-Codes)
  • Informationen zur Zuteilungsberechtigung (Stromerzeuger, Carbon Capture and Storage (CCS), Wärmeerzeugung
  • Relevante Zuteilungselemente
  • Liste von Verbindungen zu anderen EU-ETS-Anlagen und nicht EU-ETS-Anlagen (Wärme, Zwischenprodukte, Restgase, CO2) und Daten zur Identifikation

Zuteilungsrelevante jährliche Daten im Basiszeitraum (2014 – 2018)

    Die Daten werden ebenfalls für das Benchmarkupdate verwendet.

  • Aktivitätsdaten, Berechnungsfaktoren, Emissionen, biogene Anteile, Energieeinsatz für jeden Stoffstrom und Emissionsquelle
  • Aktivitätsraten in den Zuteilungselementen mit Bilanzierung der Emissionen auf die Zuteilungselemente
  • Energiebilanz (Brennstoffe, Restgase, Zuordnung auf Zuteilungselemente und Stromerzeugung, Import, Export)
  • Wärmebilanz (Erzeugung, Verbrauch, Import, Export, Zuordnung auf Zuteilungselemente und Stromerzeugung, Verluste)
  • Strombilanz, wenn zuteilungsrelevant (Erzeugung, Verbrauch, Import, Export, indirekte Emissionen für Benchmarkprodukte bei Austauschbarkeit von indirekten Emissionen)
  • Für jedes Zuteilungselement:
  • eingesetzte Wärme aus ETS/nicht-ETS
  • Liste der Produkte mit Prodcom-Code und zugehörige Produktionsmengen
  • nCL- und n-ETS-Wärmeexporte
  • Emissionsfaktoren für importierte und exportierte Wärme,
  • Emissionsfaktoren und Heizwerte für importierte und exportierte Brenngase
  • Zugeordnete Emissionen
  • Für Benchmarkprodukte:
  • Aktivitätsraten im Zuteilungselement
  • Prodcomcodes und Produktionsmengen
  • Import/Export von CO2 aus anderen Zuteilungselementen und Anlagen
  • Import/Export von Zwischenprodukten
  • Durchsätze von allen Einzelprodukten, die im Gesamtbenchmark enthalten sind und die zugehörigen Korrekturgrößen (Raffinerie, Kalk, HVC, Ethylenoxid, VC, Zellstoff
  • Menge, Emissionsfaktor und Heizwert von Abgasen, die in der Systemgrenze des Benchmarkproduktes erzeugt werden und innerhalb oder außerhalb der Systemgrenze (nicht sicherheitsgerichtet) abgefackelt werden und nicht zur Wärme- oder Stromerzeugung eingesetzt werden.
  • Zugeordnete Emissionen

Mindestinhalte des Methodenplan

Analog zum Monitoring der Emissionen im Überwachungsplan muss für das Monitoring der zuteilungsrelevanten Daten der Methodenplan (Methodenbericht für historische Daten 2014 – 2018) erstellt werden.

Der Methodenplan soll folgende Informationen enthalten (Mindestinhalte nach Anhang VI):

    Allgemeine Informationen zur Anlage
  • Identifikation von Betreiber, Anlage, Kontaktdaten, Verantwortlichkeiten und Kenndaten
  • Versionierung des Methodenplans
  • Anlagenbeschreibung mit Diagramm: Anlagen, Prozesse, Stoffströme, Energieströme, Wärmeerzeuger/-verbraucher, Bilanzgrenzen der Zuteilungselemente, Messorte und Messgeräte,
  • Verbindungen zu anderen ETS und n-ETS-Anlagen für Importe und Exporte von Wärme, Zwischenprodukten, Restgasen und CO2,
  • Verfahren für Datenfluss- und Kontrollaktivitäten,
  • Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung der Angemessenheit des Methodenplans
  • Informationen zu den Zuteilungselementen
  • Verfahren zur Überwachung von Produkten und ihrer Prodcomcodes
  • Eindeutige Beschreibung der Systemgrenzen der Zuteilungselemente mit Prozessen, Einsatzstoffen, Produkten, Importen und Exporten, ggf. mit Flussdiagramm
  • Beschreibung von Anlagen und Prozessen, die mehrere Zuteilungselemente versorgen
  • Verfahren zur Zuordnung von Emissionen auf Zuteilungselemente
  • Überwachungsmethoden auf Anlagenebene
  • Verfahren zur Quantifizierung der Wärmebilanz
  • Verfahren zum Umgang mit Datenlücken und Kontrollverfahren zur Vermeidung von Doppelzählungen
  • Überwachungsmethoden auf Ebene der Zuteilungselemente

    Die Beschreibungen der Methoden zur Quantifizierung der zu überwachenden und zu berichtenden Parameter umfassen gegebenenfalls Berechnungsschritte, Datenquellen, Berechnungsformeln, relevante Berechnungsfaktoren, einschließlich der Maßeinheit, horizontale und vertikale Kontrollverfahren, Stichprobenpläne, Messgeräte und Verfahren zur Qualitätssicherung, eine Liste der eingesetzten Laboratorien und relevanter Analyseverfahren. Ggf. muss eine vereinfachte Unsicherheitsbewertung vorgelegt werden. Für jede Berechnungsformel ist ein Beispiel mit realen Daten beizulegen.

  • Verfahren zur Ermittlung direkter Emissionen mit Prozentangaben bei Aufteilung von Stoffströmen und Emissionen auf Zuteilungselemente
  • Verfahren zur Ermittlung der Parameter der Energiebilanzen, Dampfbilanzen
  • Verfahren zur Ermittlung der Parameter der Wärmebilanzen
  • Verfahren zur Ermittlung der Parameter der Strombilanzen
  • Verfahren zur Ermittlung von Restgasbilanzen
  • Verfahren zur Ermittlung von CO2-Export und CO2-Import
  • Bei Produktbenchmarks Verfahren zur Ermittlung von Einzelprodukten und Parametern zur Zuteilungskorrektur

2) Datenüberwachungsmethoden im Methodenplan/Methodenbericht

Die Betreiber müssen bereits für den Basis-Zuteilungsantrag für die 4. HP einen Methodenplan erstellen. In diesem Plan werden analog zum Überwachungsplan bei der Emissionsberichterstattung die Produktionsprozesse und die Methoden zur Erfassung der Aktivitätsraten und anderer zuteilungsrelevanter Parameter beschrieben. Es werden anwendbare Überwachungsmethoden definiert, wobei die Rückführung auf genormte Verfahren, höchstmögliche Genauigkeit und die Verlässlichkeit von Daten bei der Auswahl zu berücksichtigen sind.

Die Methodenhierarchie muss eingehalten werden. Die folgenden hierarchisch angeordneten Methodenfolgen sind absteigend genau. Grundsätzlich sind Methoden mit höchstmöglicher Genauigkeit anzuwenden. Wenn Methoden aus dem genehmigten Überwachungsplan anwendbar sind, muss zur Wahrung der Konsistenz diese Methode angewandt werden. Mit Nachweis „technisch nicht machbar“ oder „wirtschaftlich nicht vertretbar“ kann der Betreiber jeweils die folgende nächstgenaue Methode anwenden.

Datenquellen für Materialien und Brennstoffe

a) Methoden aus genehmigtem Überwachungsplan
b) geeichte Messgeräte (gesetzliches Messwesen)
c) nicht geeichte Messgeräte zur direkten Bestimmung beim Betreiber
d) nicht geeichte Messgeräte zur direkten Bestimmung, die nicht unter Kontrolle des Betreibers stehen
e) Messgeräte zur indirekten Bestimmung
f) Andere Methoden

Methoden a) und b) erfüllen höchstmögliche Genauigkeit.

Datenquellen für Energieflüsse

a) geeichte Messgeräte (gesetzliches Messwesen)
b) nicht geeichte Messgeräte zur direkten Bestimmung beim Betreiber
c) nicht geeichte Messgeräte zur direkten Bestimmung, die nicht unter Kontrolle des Betreibers stehen
d) Messgeräte zur indirekten Bestimmung
e) Kalkulation „Proxy“ (gemäß FAR Anh. VII Pkt. 7.2)
f) Andere Methoden

Nur Methode a) erfüllt höchstmögliche Genauigkeit.

Datenquellen für Stoffparameter

a) Methoden aus genehmigtem Überwachungsplan
b) Laboranalysen (gemäß FAR Anh. VII Pkt. 6.1, entspricht MVO Art. 32 – 35)
c) Vereinfachte Laboranalysen (gemäß FAR Anh. VII Pkt. 6.2, „best practice“-Methoden)
d) Nationale Standardwerte, Literaturwerte, Lieferantenwerte (±1%)
e) Standardfaktoren (MVO Anh. VI), stöchiometrische Faktoren, historische Analysen

Methoden a) und b) erfüllen höchstmögliche Genauigkeit.

Anforderungen bei Dampfmessungen (analog für Wärme)

- Bei Dampfmessungen wird die Enthalpie des gesättigten oder überhitzten Dampfes im gemessenen Zustand (T, P) und die Enthalpie des rückgeführten Kondensats berücksichtigt.
- Wenn das Kondensat nicht rückgeführt wird oder die Enthalpie des rückgeführten Kondensats nicht festgestellt werden kann, wird eine Rücklauftemperatur von 90 °C angesetzt.
- Wenn der Dampf nachweislich im Produkt verbleibt, wird die entsprechende Menge an Kondensatenthalpie nicht abgezogen.
- Dampfmengen, die verloren gehen müssen abgezogen werden.
- Absorptionskühlprozesse gelten als wärmeverbrauchender Prozess
- Die Dampfbilanzierungen sollen ausgewertet und auf Stundenbasis (oder anderem üblichen Intervall) angegeben werden.
- Berechnung von Proxywerten auf Basis von Energieeinsatz und gemessener Effizienz, bzw. bescheinigter Nutzungsgrade
- Ansatz von 70% Referenzeffizienz

Aufteilung von Energie und Emissionen auf Strom- und Wärmeerzeugung

Die Aufteilung erfolgt mit den jährlichen Wirkungsgraden der Wärme- und Stromerzeugung unter Bezug auf die Effizienz-Referenzwerte:

Aufteilung von Energie und Emissionen auf Strom- und Wärmeerzeugung

Könne keine Wirkungsgrade ermittelt werden, sollten konservative Standardwerte ?heat = 0,55 und ?el = 0,25 verwendet werden.

Verfahren zur Verfolgung von Prodcom-Codes von Produkten

Der Betreiber muss eine Liste aller in der Anlage hergestellten Produkte mit Produktionsmengen und CL-Gefährdung, bezogen auf die Zuteilungselemente erstellen und jährlich aktualisieren. Das Verfahren muss zur Sicherstellung der Vollständigkeit erkennen, ob erstmals ein Produkt in der Anlage hergestellt wird.

Aufteilung von direkten Emissionen auf Zuteilungselemente

  • Stoffströme, die nur für ein Zuteilungselement genutzt werden, sind diesem Zuteilungselement direkt zuzuordnen. In Massenbilanzen sind Exportströme abzuziehen.
  • Liegen spezifische Daten für verschiedene Zuteilungselemente vor, sind diese den Zuteilungselementen direkt zuzuordnen
  • Liegen keine spezifischen Daten für einzelne Zuteilungselemente vor und werden verschiedene Produkte nacheinander auf derselben Produktionslinie hergestellt, sind die Inputs, Outputs und Emissionen aufzuteilen nach: Masse, Volumen der Produkte, Reaktionsenthalpien der Prozesse, Nutzungszeit je Produkt oder nach einem anderen geeigneten Schlüssel.
  • Liegen keine spezifischen Daten für einzelne Zuteilungselemente vor und werden mehrere Messgeräte unterschiedlicher Qualität eingesetzt, so sind Datenkorrekturverfahren anzuwenden, die das Ergebnis auf die genauesten Messmethoden beziehen (z.B. ungenaue Einzelmessungen werden mit der genauen Gesamtmessung korrigiert)

Aufteilung Indirekter Emissionen durch Einsatz von messbarer Wärme

Für messbare Wärme, die innerhalb der Anlage erzeugt wird, bestimmt der Betreiber die wärmebedingten Emissionen nach einem dieser Verfahren:

  • Die Emissionen für messbare Wärme aus der Verbrennung von Brennstoffen (ohne KWK) bestimmt der Betreiber aus dem eingesetzten Brennstoffmix zuzüglich der Prozessemissionen aus der Rauchgasreinigung.
Aufteilung Indirekter Emissionen durch Einsatz von messbarer Wärme

Der verwendete Emissionsfaktor wird durch energiegewichtete Mittelung aus den einzelnen Brennstoffen errechnet.

  • Für die Emissionen aus KWK-Wärme wird der Emissionsfaktor aus den eingesetzten Brennstoffen zuzüglich Prozessemissionen der Rauchgasreinigung unter Bezug auf die Effizienz-Referenzwerte errechnet.
  • Wird messbare Wärme aus Prozessen gewonnen, die unter ein Produktbenchmark-, ein Brennstoffenergie- oder ein Prozessemissions-Zuteilungselement fallen, meldet der Betreiber im Basisdatenbericht diese Wärmemenge als zwischen Zuteilungselementen übertragen.
  • Wird Wärme aus anderen ETS-Anlagen importiert, so ist der Emissionsfaktor soweit möglich anzugeben.
  • Messbare Wärme, die aus Strom erzeugt wurde, wird keine Emission zugeordnet. Der Betreiber berichtet aber die Mengen getrennt im Basisdatenbericht.
  • Emissionen durch Wärmeverluste werden anteilig auf alle Zuteilungselemente verteilt, in denen die Wärme eingesetzt wird.

Aufteilung Indirekter Emissionen durch Einsatz von nicht messbarer Wärme

Die Emissionen aus dem Einsatz von Brennstoffenergie werden analog zu den Emissionen aus messbarer Wärme aufgeteilt.

Emissionen für die Erzeugung und Nutzung von Restgas

Wird Restgas nicht im selben Zuteilungselement verbraucht, wo es erzeugt wurde, müssen die Emissionen aufgeteilt werden.

  • Produktionsanteil im Zuteilungselement für Produktbenchmark:
  • Emissionen für die Erzeugung und Nutzung von Restgas

    Bei den Emissionen werden die entsprechenden Emissionen von Erdgas unter Berücksichtigung eines verminderten Wirkungsgrades abgezogen.

  • Beim Verbrauch des Restgases werden die Emissionen dem jeweiligen Zuteilungselement mit dem Wert für Brennstoffbenchmark zugeordnet.

3) Datenerfassung und Verifizierung

Antragssoftware

In Deutschland werden die Zuteilungsanträge in vertrauter Weise im Formular-Management-System (FMS) gestellt. Nach Vorliegen der Rechtsakte und des EU-Templates wird die Softwarebasis erstellt. Das Ziel ist die Freischaltung bis Ende erstes Quartal 2019.

Die FMS Software enthält:

  • Formale Antragstellung
  • Basisdatenbericht des Betreibers
  • Methodenbericht des Betreibers

In 2020 muss ein Methodenplan für das Monitoring von zuteilungsrelevanten Daten und Methoden erstellt werden, der bei der DEHSt zur Genehmigung vorgelegt werden muss. Mit dem genehmigten Methodenplan wird die rechtssichere Erfassung ab 2021 gewährleistet.

Verifizierung

  • Anforderungen zur Verifizierung von zuteilungsrelevanten Daten werden in der Akkreditierungs-Verordnung AVR geregelt.
  • Die Verifizierung der Anträge ist erforderlich. Der Scope 98 gemäß Akkreditierungs-Verordnung ist verpflichtend für die Prüfstelle neben dem Branchenscope.
  • Der Methodenplan muss von der Prüfstelle mit den Basisdaten für den Antrag geprüft werden.
  • Der Methodenplan muss vor Beginn der 4. HP analog zum Überwachungsplan von der DEHSt genehmigt werden um die künftige Erfassung von Produktionsdaten auf rechtssicherer Basis zu gewährleisten.
  • Für die zuteilungsrelevanten Daten gilt eine Wesentlichkeitsschwelle von 5%.
  • Mit den Emissionsberichten für die Jahre 2021 – 2030 ist jährlich (voraussichtlich dann am 31.03. des Folgejahres) auch die Meldung der Produktionsdaten im Umfang des Basisantrages in verifizierter Form vorzulegen. Mit der umfassenden, jährlichen Erhebung von geprüften, verifizierten Daten soll gewährleistet werden, dass für künftige Zuteilungsverfahren keine gesonderten Datenerhebungen mehr erforderlich sind.