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Energiemanagementsysteme - Aktuelle Meldungen

12/2018: Revision der ISO 50001 in deutscher Sprache veröffentlicht

Die ISO 5000, weltweit gültige Norm zur Gestaltung eines Energiemanagementsystems (EnMS), ist überarbeitet worden. Nach der Veröffentlichung der englischen Version am 21. August 2018 steht nunmehr auch die deutsche Übersetzung zur Verfügung. Welche Veränderungen kommen nun auf zertifizierte Unternehmen zu?

Stakeholder-Analyse (interessierte Parteien, interne und externe Themen)

Mit der revidierten ISO 50001 müssen sich Unternehmen verstärkt mit den Anforderungen ihres Umfeldes auseinandersetzen, bestehende Chancen und Risiken identifizieren und diese Analyse in ihrem Alltagsgeschäft berücksichtigen. Dafür müssen in einem ersten Schritt die sogenannten „interessierten Parteien“ des Unternehmens (Stakeholder) herausgearbeitet werden – das sind alle Akteure, die von den unternehmerischen Aktivitäten betroffen sind (bzw. sich betroffen fühlen) oder Einfluss auf das Unternehmen haben. Dazu können beispielsweise Eigentümer, Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Gesetzgeber, Fremdfirmen oder Behörden gehören.

Zusätzlich muss das Unternehmen seine internen und externen Themen identifizieren und überprüfen. Zu den internen Themen gehören z.B. Ziele, Strategien oder genutzte Technologien, zu den externen Themen können branchenspezifische Verpflichtungen oder die Entwicklung der Energiekosten gehören.

Die finalen Fragen dieser Analyse lauten: Welche der identifizierten Anforderungen der interessierten Parteien müssen nun mit dem EnMS behandelt werden? Und welche Auswirkungen haben die Ergebnisse der Analyse auf den Anwendungsbereich und die Grenzen des EnMS?

Rolle der Führungskräfte

Die Führungskräfte spielen in der revidierten ISO 50001 eine noch zentralere Rolle. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Forderungen des EnMS tatsächlich in allen betrieblichen Abläufen berücksichtigt werden. Die oberste Leitung ist nach ISO 50001:2018 direkt für den Erfolg des EnMS verantwortlich. Sie muss u.a. durch vorausschauende Führung dafür sorgen, dass alle EnMS-Anforderungen in die Managementprozesse integriert werden, und bei Bedarf neue Prozesse schaffen, die für eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung sorgen.

Nachweisbare Verbesserung der energiebezogenen Leistung

Die „Verbesserung der energiebezogenen Leistung“ zieht sich wie ein roter Faden durch die ISO 50001:2018. Die Energiedatensammlung ist künftig Teil des Planungsprozesses. Damit soll sichergestellt werden, dass die erforderlichen Daten für den Nachweis der (z.B. durch eine Maßnahme) erreichten energetischen Verbesserung auch wirklich erhoben werden können. Ohne konkrete Nachweise über die Verbesserung der energiebezogenen Leistung darf künftig kein Zertifikat mehr erteilt, aufrechterhalten oder verlängert werden.

Normalisierung von Energieverbrauchskennzahlen (EnPI) und Ausgangsbasen (EnB)

Eine der größten praktischen Herausforderungen der ISO 50001:2018 steckt in der Normalisierung von EnPIs und EnBs. Sobald Daten vorliegen, die auf einen wesentlichen Einfluss bestimmter Variablen auf die energiebezogene Leistung hinweisen, muss das Unternehmen dafür sorgen, dass diese Variablen aus den Kennzahlen und Ausgangsbasen „herausgerechnet“ werden – dass die EnPI und EnBs also „normalisiert“ werden.

Übergangsregelungen in der Zertifizierung

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat festgelegt, dass die Zertifizierstellen nur noch bis zum 21.2.2020 nach der „alten“ Norm arbeiten dürfen. Danach müssen sie für Erstzertifizierungs-, Überwachungs- und Rezertifizierungsaudits die ISO 50001:2018 heranziehen. Bestehende Zertifikate auf Basis der ISO 50001:2011 sind noch bis zum 20.8.2021 gültig.

Sie benötigen Unterstützung bei der Umstellung Ihres EnMS auf die neue ISO 50001? Sprechen Sie uns einfach an!

Dr. Michael Bunk
+49 351 4202 315
+49 351 4202 356




08/2018: EEG-Umlage auf selbst erzeugten Strom aus KWK-Neuanlagen

Auf eigenverbrauchten Strom aus neuen KWK-Anlagen, welche seit August 2014 in Betrieb genommen wurden, ist weiterhin nur eine anteilige EEG-Umlage zu zahlen. Das ging aus einer Meldung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) vom 8. Mai 2018 hervor. Diese erzielte Grundsatzeinigung des BMWi mit der EU-Kommission ist im August 2018 auch von der EU-Kommission offiziell beihilferechtlich genehmigt worden.

Zum Hintergrund: Grundsätzlich muss auch für selbst erzeugte Strommengen die EEG-Umlage bezahlt werden, so regelt es §61 des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Die Betreiber neuer KWK-Anlagen haben dabei bisher von einer befristeten Genehmigung profitiert – sie mussten nur 40% der jeweils aktuellen EEG-Umlage zahlen (EEG §61b). Doch seit Anfang 2018 war die beihilferechtliche Zulässigkeit dieser Regelung im EEG strittig, und KWK-Anlagenbetreiber waren zur Zahlung von 100% EEG-Umlage verpflichtet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat im Mai 2018 nach langen Verhandlungen mit der EU-Wettbewerbskommission eine Einigung erzielen können. Diese ist nun auch von der EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt worden.

Die wichtigsten Eckpunkte der genehmigten Einigung:

Für folgende Anlagen sind nur 40 Prozent der EEG-Umlage zu zahlen:

  • KWK-Neuanlagen <1 MW sowie >10 MW
  • KWK-Neuanlagen in Unternehmen der stromintensiven Industrie gem. Liste 1 im Anhang 4 des EEG
  • KWK-Neuanlagen, welche weniger als 3.500 Vollbenutzungsstunden im Jahr laufen. Bei Anlagen mit höherer Auslastung steigt die durchschnittliche Umlage kontinuierlich an, bei mehr als 7.000 Vollbenutzungsstunden müssen dann 100 Prozent EEG-Umlage gezahlt werden. (Diese Regelung schließt auch KWK-Neuanlagen in Unternehmen der stromintensiven Industrie gem. Liste 2 im Anhang 4 des EEG mit ein!)

Für KWK-Neuanlagen, die zwischen dem 01. August 2014 und Ende 2017 errichtet wurden, gilt eine abgestufte Übergangsregelung bis 2019 bzw. 2020. Für alle Anlagen, die vor dem 1. August 2014 zur Eigenerzeugung in Betrieb gegangen sind, gilt Bestandsschutz.

Die neuen Regelungen gelten rückwirkend zum 01.01.2018 und werden voraussichtlich bis Ende 2018 in das EEG integriert.

Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema:

Sebastian Schubert
+49 351 4202 231
+49 351 4202 356




12/2017: Änderungen beim Förderprogramm "Energieberatung im Mittelstand"

Seit 1.12.2017 gelten im BAFA- Förderprogramm „Energieberatung im Mittelstand“ einige Neuerungen:

  • Antragsberechtigt sind nun auch Unternehmen, die Steuerermäßigungen nach EnergieStG §55, StromStG §10 oder EEG §63 genießen.
  • Der Kreis der zugelassenen Energieberater wird erweitert: Zum Förderprogramm können alle Energieberater zugelassen werden, die über die geforderte fachliche Qualifikation verfügen. Die Energieberater haben sich durch Selbsterklärung gegenüber dem BAFA und dem jeweiligen Unternehmen zu verpflichten, hersteller-, anbieter-, produkt- und vertriebsneutral zu beraten
  • Die maximale Förderhöhe wird von 8.000 Euro auf 6.000 Euro abgesenkt.
Ihr Ansprechpartner für das Förderprogramm:

Dr. Michael Bunk
+49 351 4202 315
+49 351 4202 356




2017: Zuwachs in der Normenfamilie

Die Normenfamilie um die ISO 50001:2011 wird erweitert

Zahlreiche Unternehmen haben in den letzten Jahren ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001 eingeführt und zertifizieren lassen. Seitdem wird ihr EnMS in jährlichen Audits überprüft. Die Anforderungen an diese Audits sind in 2017 merklich gestiegen: Eine Reihe neuer ISO-Normen soll fortan die Qualität der EnMS und die effektiven Energieeinsparungen verbessern. Worauf müssen zertifizierte Unternehmen jetzt achten?

Auditoren müssen seit Oktober 2017 eine kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung der von ihnen auditierten Unternehmen nachweisen. So schreibt es die neue ISO 50003 vor. In der Praxis bedeutet das: Konsequenter als bisher müssen Energieverbräuche und Kennzahlen auf nachweislichen Messwerten beruhen. Die auditierten Unternehmen haben zukünftig nicht mehr „nur“ ein funktionsfähiges Energiemanagementsystem zur Verbesserung der Energieeffizienz nachzuweisen, sondern die Verbesserung der Energieeffizienz auch zu belegen. Auditoren müssen prüfen, ob das EnMS tatsächlich zur fortlaufenden Verbesserung der Energieeffizienz beiträgt. Dies müssen Unternehmen anhand von nachvollziehbaren Aufzeichnungen dokumentieren. Die Beurteilung der Nachweise hat direkten Einfluss auf die Zertifikatsentscheidung – das Fehlen von entsprechenden Nachweisen gilt als Abweichung und ein Zertifikat kann nicht erteilt werden.

Für die Umsetzung dieser Nachweispflicht können zwei weitere Normen herangezogen werden – die ISO 50006 (Leitfaden zu Energieleistungskennzahlen) und die ISO 50015 (Leitfaden zur Messung und Überprüfung der energiebezogenen Leistung).

Was bedeutet das für die Unternehmen?

Um gut vorbereitet zu sein, sollten sich Energiemanagement-Teams in Unternehmen jetzt detailliert insbesondere mit drei Fragen auseinandersetzen:

  • Welches sind die geeigneten Energieleistungskennzahlen (EnPI)?
  • Wie gut sind unsere energetischen Ausgangsbasen (EnB)?
  • Was muss wo und wann gemessen werden, um eine Verbesserung nachweisen zu können? Wie wird dies dokumentiert?

Unternehmensspezifisch geeignete Kennzahlen (spez. Energieverbrauchskennzahlen im Basis- und Analysejahr, Kennzahlen zur Verifizierung von Einsparmaßnahmen) und ein sorgfältig durchdachter Messplan sichern die Nachweisfähigkeit. Doch oftmals sind hoch aggregierte Kennzahlen sehr interpretationsbedürftig, da in ihnen alle energiebezogenen Veränderungen erfasst werden.

Beispiel: Eine Firma investiert in eine neue – energieeffizientere Druckluftanlage. Gleichzeitig wird auch das Produktportfolio geändert und damit der Produktionsprozess modifiziert, was sich auf den Energieverbrauch auswirkt. Mit einer übergeordneten spezifischen Gesamtenergieverbrauchskennzahl lässt sich die energiebezogene Verbesserung nur unscharf nachweisen, obwohl das Unternehmen energieeffizienter arbeitet.

Die Erfahrung der TÜV SÜD-Experten kann in solchen Situationen hilfreich sein, um geeignetere und aussagekräftigere Kennzahlen zu entwickeln.

Weitere Neuerungen mit der ISO 50003 im Überblick:

  • Auditplanung und die Auditzeitberechnung erfolgen künftig in Abhängigkeit von der Komplexität des Energieeinsatzes, der Größe der Organisation bzw. von der Anzahl der Mitarbeiter, die Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Für die Kalkulation des Angebotes werden daher mehr Informationen benötigt als bisher.
  • Der Geltungsbereich der Zertifizierung muss in jedem Audit überprüft werden.
  • Die Anforderungen an ein Stichprobenverfahren werden spezifiziert (Anhang B).
  • Die Anforderungen an die Kompetenz der Auditoren werden deutlich verschärft. Den Auditoren werden technische Scopes zugeordnet, in denen sie ihre Erfahrungen nachweisen müssen.

Das Angebot der TÜV SÜD Industrie Service – Ihren Zielen folgend

Diese neue Normenreihe im eigenen Unternehmen umzusetzen – das ist neben dem normalen Alltagsgeschäft eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Energiemanagement-Experten von TÜV SÜD bieten eine auf Ihre Zielsetzung hin ausgerichtete Unterstützung:

Harmonisieren der bestehenden Systemgrenzen, Variablen, Kennzahlen (EnPI) und energetischen Ausgangsbasen
  • Einflussgrößen sinnvoll in Beziehung setzen
  • aussagekräftige Kennzahlen bilden
Identifizieren wirtschaftlicher Energiesparmaßnahmen
  • Weitergabe unserer Best Practice-Erfahrungen
  • temporäre Messungen Ihres Energieverbrauchs mit mobilen Messgeräten
  • moderiertes Expertengespräch – ungeahnte Ideen Ihrer Mitarbeiter entdecken
  • höhere Transparenz durch Sankey-Diagramme

Ambitionierte Energieziele entwickeln

Optimieren des Mess- und Verifizierungskonzepts
  • Mess- und Auswertungsroutinen entwerfen, testen und implementieren
  • unabhängige Beratung zum Kauf von Messtechnik und Energiedaten-Software
Ihr Ansprechpartner für die DIN EN ISO 50001:

Dr. Michael Bunk
+49 351 4202 315
+49 351 4202 356





12/2016: Gesetzesänderung bei EEG-Umlage und KWK


Für eigenerzeugten und selbstverbrauchten Strom wird ab 2017 die EEG-Umlage fällig

Das Gesetz zur Änderung der Bestimmungen zur Stromversorgung aus Kraft-Wärme-Kopplung und zur Eigenversorgung (im Artikel 2 das EEG 2014 betreffend) wurde am 16.12.2016 vom Bundesrat bestätigt. Damit werden - abgesehen von Ausnahmen für Bestandsanlagen sowie für kleine Anlagen (bis 10 kW) - zumindest anteilige EEG Umlagen für eigenerzeugte und eigenverbrauchte Strommengen fällig. Der Netzbetreiber ist berechtigt, diese in Rechnung zu stellen.


Die Förderung von KWK–Anlagen wird umgestellt

Ebenso wird im gleichen Gesetz in Artikel 1 das KWK-Gesetz vom 21.1.2015 (letzte Änderungen 13.10.2016) geändert. Danach wird für KWK Anlagen von 1 bis 50 MW elektrischer Leistung die Vergütung in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt. Eine feste Vergütung ist in diesem Leistungsbereich für neue Anlagen so nicht mehr vorgesehen.

Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema:

Sebastian Schubert
+49 351 4202 231
+49 351 4202 356





07/2016: Neue Anzeigepflicht für Unternehmen ab 2017

Die „Energie- und Stromsteuer-Transparenzverordnung EnSTransV“ vom 4. Mai 2016 wurde am 17.05.2016 veröffentlicht. Sie gilt ab dem 1. Juli 2016 und betrifft alle Unternehmen, die bestimmte energie- und/ oder stromsteuerrechtliche Steuerbegünstigungen (Energie- und Stromsteuer) in Anspruch nehmen. Die Begünstigungen müssen dem Hauptzollamt bis 30.6. des Folgejahres in einem gesonderten Formular angezeigt werden.

Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema:

Steffen Kügler
+49 351 4202 328
+49 351 4202 356






Generelle Ansprechpartner im Bereich Energiemanagement:



Kontakt für Projekte in Deutschland:

Dr. Michael Bunk
Telefon: 0351 4202 315
Fax: 0351 4202 356



Contact for international projects:

Mr. Danny Neumeier
Telefon: 0351 4202 216
Fax: 0351 4202 356